Henning Matthaei

Gute Vorsätze

So kommen Sie gut ins neue Jahr

Bei den Vorsätzen für’s neue Jahr kann Sinnvolles und Sinnloses voneinander unterschieden werden. Wir nennen sechs Wege, sich selbst zum Stillstand zu bringen.
568 Wörter, Lesezeit ca. 3,5 Minuten

Same procedure as every year. Alle Jahre wieder nehmen sich viele Menschen zwischen Weihnachten und Neujahr Sinnvolles und Sinnloses für das neue Jahr vor. Den Unterschied zwischen sinnvoll und sinnlos machen dabei oft nur Kleinigkeiten aus. Manchmal stimmt das Maß nicht, manchmal ist die Zielrichtung knapp daneben und damit auch vorbei. Oder das Vorhaben ist nicht wirklich gewollt und führt zu inneren Konflikten. Hier sind ein paar Beispiele:

Die Idee ist gut, aber zu groß. Zu schnell soll zuviel erreicht werden. Es sollen 15 Kilo in zehn Wochen abgespeckt oder vier Zimmer in drei Tagen renoviert werden. Es macht Sinn, bei allen guten Vorsätzen auch zu überlegen, ob Umfang und Zeitplan realistisch sind, ob bei der Vorstellung der Umsetzung Freude oder Streß entsteht.

Die Idee ist gut, aber zu klein. Ein Vorhaben, das sich kaum vom Alltagsgeschäft unterscheidet und in dem kein besonderes Engagement notwendig ist, fällt schnell der Vergessenheit anheim.

Die Idee ist gut, aber sie bringt mich nicht weiter. Jeder Mensch verfolgt ausgesprochen oder unausgesprochen eine Vision, eine Lebensaufgabe. Je klarer man sie fassen kann, desto leichter ist es, die eigenen Handlungen an ihr auszurichten. Wer sich etwas vornimmt, das ihn nicht weiterbringt in Bezug auf die eigene Lebensaufgabe, wundert sich darüber, dass ihm Inspiration und Engagement auf halbem Weg abhanden kommen.

Die Idee ist gut, aber nicht für mich. Kann sein, dass mein Plan mir mehr Geld, Anerkennung, Aufmerksamkeit und Reputation in Aussicht stellt. Und gleichzeitig stelle ich mir möglicherweise ein Bein, wenn ich ihn weiterverfolge, weil ich Anforderungen von außen mehr Aufmerksamkeit widme, als Anforderungen von innen. Ein klassischer Wertekonflikt entsteht: Das, was ich von anderen gelernt habe, steht gegen das, was ich im Innersten von mir selbst weiß.

Die Idee enthält keinen Wert für andere. Das Wesen des Menschen ist nur in einer frühen Phase egoistisch. Später wird es mit zunehmender Einsicht altruistisch. Eltern wissen das, denn sie denken nicht mehr nur an sich, sondern beleuchten alle Entscheidungen auch nach deren Auswirkungen auf ihre Kinder. Eine Idee, die keine positiven Auswirkungen auf andere hat, ihnen möglicherweise sogar schadet, kann getrost im alten Jahr liegen bleiben.

Die Idee ist gut, schaut aber zu kurz. So wie Politiker häufig nur die nächsten vier Jahre und die Chancen ihrer Wiederwahl im Blick haben, so haben wir generell verlernt, den Blick in die ferne Zukunft zu richten, um Entscheidungen den richtigen Rahmen zu geben. Es wird viel geredet von der Zukunft, aber wenig daran gedacht. Ein indianischer Rat lautet: „Bedenke, welche Folgen dein Handeln sieben Generationen nach dir hat.“

Zusammenfassend und als kleiner Leitfaden für die Vorsätze für ein bewegendes neues Jahr:

  • Welche Ziele inspirieren Sie und fordern Sie heraus?
  • Was langweilt Sie und wollen Sie deshalb in jedem Fall vermeiden?
  • Was wollen Sie selbst in Ihrem Leben lernen und erfahren?
  • Welches sind die wichtigsten Werte nach denen Sie entscheiden?
  • Für welche Menschen wollen Sie sich besonders einsetzen?
  • Was soll von Ihrem Sein und Tun in den nächsten Generationen weiterwirken?

Wir wünschen Ihnen ein inspiriertes und im Sinne Ihres eigenen Lebensweges erfolgreiches Jahr.

Henning & Claudia Matthaei

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